Clos Manou

Winzer aus Leidenschaft - Françoise und Stéphane DIEF aus Saint Christoly de Médoc

Clos Manou, BIO, Médoc

2016

CHF 31.50 (75 cl)

Clos Manou 2016, BIO, Médoc

Auf Augenhöhe mit den ganz Grossen. Dieses kleine Weingut liegt im äussersten Norden des Médoc-Gebiets, weit nördlich von Saint-Estèphe. Der Nachbar ist Chateau HautMaurac. Dieser nördliche Teil war 2015 sehr gut. 2016 stellen nun aber das gesamte Saint-Estèphe und das nördliche Haut-Médoc den vielleicht besten Teil des gesamten Médocs dar. Womöglich das Spitzengebiet des linken Ufers mit Margaux und Pessac. Clos Manou wird vom Besitzer Stéphane Dief persönlich bearbeitet. Zwar in einer nicht zertifizierten, aber extrem biologischen Weinbergbearbeitung mit winzigen Erträgen, Dichtpflanzung (über 10’000 Stöcke pro Hektar). Ertrag pro Pflanze unter 500 Gramm, winzige Träubchen, sehr tief und nahe am Stamm. Wenn man die Arbeit im Keller sieht, die Stéphane durchführt, wird einem schwindlig. Der Einsatz ist wahnsinnig. Er hat spezielle Rütteltische zur Entrappung, inzwischen gibt es sogar eine optische Nachsortierung der Trauben. Die Gärung erfolgt in Beton und Holz, Ausbau zum Teil auch in Betonamphoren. Hier wird nichts unversucht gelassen. Stéphane ist ein echter Qualitätsfanatiker. Ich probiere den Clos Manou beim ersten Mal bewusst nach einigen ganz grossen Weinen wie Beauséjour-Bécot oder Troplong-Mondot. Schon der Duft verrät, dass er sich in keiner Art und Weise verstecken muss. Das ist eine echte Sensation, diese Fülle, diese Komplexität, diese Konzentration – und das alles in Verbindung mit seinem unwiderstehlichen Charme. Fast noch eindrücklicher ist der Gaumen, die Gänsehaut kommt erst jetzt, dafür umso intensiver, was ist das für ein himmlischer Wein, die Sinne berauschend, da ist gewaltig Spannung drin. Totale Konzentration trifft auf verspielte Leichtig keit, und wo nimmt er diese überirdischen Aromen her, ich bin hin und weg. Möglicherweise tue ich ihm sogar Unrecht, wäre da nicht der Jahrgang 2016 mit seiner Fülle an Weinmonumenten, hätte ich wohl keinen Moment gezögert, ihn mit der Maximalnote zu bewerten. Lobenberg: «Für einen Haut-Médoc ist das fast eine eigene Dimension. Selbst der Nachbar, der «best ever» Haut-Maurac, sogar der perfekte Chateau Carmenère, kann dieser Spannung, dem Druck und der unvergleichbaren Konzentration nicht ganz folgen. In der Stilistik ist das ein Pauillac mit konzentriertem Saint-Estèphe. In der Feinheit & Finesse erinnert das auch sehr an Calon-Ségur. Vielleicht ist es am Ende der beste Vergleich. Ich kann nur allen raten, sich für kleines Geld einen so grossen Wein, der Jahrzehnte halten wird, in den Keller zu legen. Viel mehr Wein für dieses relativ überschaubare Geld kann man nicht bekommen.

97-98/100. • 19+/20 • 2025 bis 2050

Clos Manou, BIO, Médoc